Liebfrauenschule setzt ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung

Mit einem vielseitigen und engagiert gestalteten Projekttag hat die Liebfrauenschule einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Zertifizierung als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage gemacht. Ziel des Tages war es, Diskriminierung sichtbar zu machen, für unterschiedliche Formen von Ausgrenzung zu sensibilisieren und Zivilcourage als festen Bestandteil des Schullebens zu stärken.

Angestoßen wurde der Prozess von der Schülerinnenvertretung. Wie Malin Scheele, verantwortliche Lehrkraft des Wahlpflichtkurses Gesellschaft und Engagement, im Interview erläutert, habe man sich zunächst intensiv mit den Voraussetzungen der Zertifizierung auseinandergesetzt. Dabei sei schnell deutlich geworden, dass es bei Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage nicht allein um Rassismus gehe, sondern ebenso um Themen wie Sexismus, Klassismus, Mobbing oder Ableismus – also um Diskriminierungsformen, die auch im Schulalltag eine Rolle spielen können.

Im Wahlpflichtkurs setzten sich die Schülerinnen zunächst theoretisch mit dem Netzwerk auseinander, gestalteten Plakate und sammelten anschließend persönliche Erfahrungen aus dem Alltag der gesamten Schülerinnenschaft. Die Vielzahl der genannten Beispiele habe, so Scheele, eindrücklich gezeigt, wie präsent Diskriminierung und Ausgrenzung auch im Leben junger Menschen sind. Diese Eindrücke wurden sichtbar in der Pausenhalle ausgestellt – als bewusster Auftakt für den heutigen Projekttag und als Einladung an die gesamte Schulgemeinschaft, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ein zentrales Element der Zertifizierung ist die aktive Beteiligung aller: Schülerinnen, Lehrkräfte und Mitarbeitende müssen dem Beitritt zustimmen. Der Projekttag diente daher nicht nur der Information, sondern vor allem der gemeinsamen Auseinandersetzung. Unterstützt wurde die Vorbereitung zudem durch den Regionalkoordinator Sebastian Ramnitz, der Impulse zur inhaltlichen Ausgestaltung und zur langfristigen Verankerung des Themas im Schulalltag gab.

Schülerinnen übernehmen Verantwortung

Wie viel Engagement hinter dem Projekttag steckt, machen die Aussagen von Marla Riesenbeck und Mieke Gelhaus aus dem Vorbereitungsteam deutlich. Die beiden betonen, dass der Tag Teil eines längerfristigen Prozesses sei: „Wir wollen aufmerksam machen und zeigen, warum dieses Zertifikat wichtig ist – nicht nur für die Schule, sondern auch für unseren Alltag“, erklären sie im Interview. Besonders wichtig sei ihnen gewesen, dass Schülerinnen jahrgangsübergreifend miteinander ins Gespräch kommen und neue Perspektiven kennenlernen.

Vielfältige Programmpunkte in allen Jahrgängen

Entsprechend altersgerecht und abwechslungsreich gestalteten sich die Angebote:

  • Jahrgänge 5 und 6 näherten sich dem Thema über spielerische Stationen zum Leben mit Einschränkungen. Kleine Übungen und eine gemeinsame Reflexion halfen dabei, Empathie und Perspektivwechsel zu fördern.
  • Jahrgänge 7 und 8 setzten sich in Workshops mit Vorurteilen, Flucht und Asyl auseinander. Eine Gameshow, ein Memorylauf sowie ein Asylparcours machten komplexe Themen greifbar und regten zu intensiven Gesprächen an.
  • Jahrgänge 9 und 10 arbeiteten in gemischten Gruppen zu Schwerpunkten wie Rassismus, Sexismus, Mobbing, Klassismus, Queerness und Rechtsextremismus. Nach dem Ansehen themenspezifischer Dokumentationen entwickelten die Gruppen eigene Rollenspiele, die ihre Ergebnisse eindrucksvoll verdeutlichten.
  • Die Jahrgänge 11 bis 13 starteten gemeinsam im Kino mit dem Film Hidden Figures. In anschließenden Workshops ging es unter anderem um Rollenbilder, Sprache und Diskriminierung, Privilegien, gesellschaftliche Normen sowie Zivilcourage und Verantwortung.

Mehr als ein Schild an der Tür

Für Malin Scheele ist klar: Die Zertifizierung soll kein bloßes Aushängeschild sein. Vielmehr gehe es darum, das Thema dauerhaft im Schulleben zu verankern und regelmäßig Räume für Austausch, Reflexion und Engagement zu schaffen. Der Projekttag habe gezeigt, wie groß das Interesse und die Bereitschaft der Schülerinnen sind, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Vorbereitungsteam des WPKs für den gelungenen Projekttag, der noch einmal ganz deutlich zeigt: Diskrimierung jeglicher Art hat am ULF keinen Platz.